CLIP
Continuous Leadership Improvement Program
 

CLIP 04: Menschen motivieren zu wollen, ist hirntechnischer Unsinn

, das weiß die Wissenschaft nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt

Und wie führen Sie Ihr Team? Immer noch mit hirntechnischem Unsinn? Prof. Gerald Hüther, Neurowissenschaftler und Mediziner stellte schon 2009 in einem bemerkenswerten Interview in der Zeitschrift Führung und Organisation fest: „Andere Menschen zu motivieren, ist hirntechnischer Unsinn. Dieses Vorgehen führt nicht in die Selbstverantwortung und Selbstgestaltung, sondern erzeugt bestenfalls Dressur- und Abrichtungsleistungen, also erzwungene Anpassungen an die Wünsche oder Anordnungen des jeweiligen Dompteurs. Wer also andere zu motivieren versucht, will sie genau genommen nach seinen Vorstellungen bilden, erziehen oder einsetzen.“ (Hüther & Osmetz 2009). Fast kann ich Ihren Widerstand als Führungskraft schon hören: „Anordnungen sind Anordnungen, wie soll ich sonst als Chef führen.“

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für außergewöhnliche Leistungen für die Organisationseinheit zu begeistern, hat wenig mit von außen hineingegossener Motivation zu tun. Mit welchen Führungsmechanismen es gelingen kann, ist durchaus bekannt, wie Hüther ausführt: „Im Dunkeln tappen wir weniger auf der Ebene der Erkenntnisse – da ist wirklich viel passiert – als auf der Ebene der Umsetzung.“

Ihr Continuous Leadership Improvement Program möchte nicht nur Wissen und Erkenntnisse transportieren. CLIP soll Ihnen konkrete Wege der Umsetzung aufzeigen. Nachhaltige Veränderungen von etablierten Handlungsmustern in der täglichen Führungsarbeit, in Richtung weiterer Effizienzsteigerungen, in Richtung selbstorganisierender, Self-Empowered-Teams, funktionieren in erster Linie durch Selbsterkenntnis, dem Einsatz für Ihr Wertesystem und den Mut, neue Wege zu beschreiten. Wenn Sie das für sich gut hinbekommen haben, können Sie Ihre Teams für die Ziele und Anliegen Ihres Unternehmens motiviert führen.

Daher werden wir uns in diesem CLIP-30 Training noch einmal sehr intensiv mit Ihnen beschäftigen. Aber dazu gleich mehr.

Zuvor wie immer meine Startup Coachingfragen, Sie merken, CLIP ist umsetzungsorientiert lästig:

Wie ist es Ihnen mit Ihrem Big Picture für Life gegangen?
, dieses Thema hat nichts mit Romantik, fern ab vom harten beruflichen Alltag, zu tun! Unser Gehirn möchte Kohärenz erleben, das Erleben muss stimmig bleiben. Bei Abweichung wendet es viel Energie auf, um die Stimmigkeit wiederherzustellen. Was das Hirn aber nicht automatisiert kann, ist eine Abschätzung der langfristigen Auswirkungen der momentanen Wiederherstellung der Stimmigkeit durch unsere Handlungen. Das kennen wir alle nur zu gut: Das Hemd des unmittelbaren gut gehen Lassens ist näher als der Rock der langfristigen Folgen. Der Rock ist sogar oft sehr weit weg. Davon zeugen schwelende Konflikte in Teams, hinausgezögerte unangenehme Entscheidungen und nicht zuletzt Erscheinungen von Übergewicht, mangelnde Bewegung bis Missbrauch von Alkohol und Nikotinkonsum.

Unser Gehirn möchte eine „hic et nunc“ Kohärenz, wie die Lateiner sagen würden. Warum erzähle ich Ihnen das? Nicht jede Unstimmigkeit steigt uns rechtzeitig vor massiven Beeinträchtigungen in jene Gehirnregionen empor, die eine bewusste Benennung und Reaktion erlauben. Wenn Sie Ihren Durst bemerken und benennen können, ging bereits eine unbemerkte Dehydration mit großen Einschränkungen Ihrer geistigen Leistungsfähigkeit voraus. Davon zeugen Unfälle von Segelfliegern in der Landekurve und Autounfälle aus dem Urlaub kommend, kurz vor dem Ankommen zu Hause.

Ähnliches passiert durchaus bei langfristigen Unstimmigkeiten zwischen den eigenen Lebensanliegen, Einstellungen, Zielen und Werten und denen von zu führenden Unternehmen und Branchen. Auch davon zeugen die vielen Lebenskrisen von durchaus erfolgreichen Managerinnen und Managern im besten Lebensalter. Und davon zeugen Führungskräfte, die in Sinnkrisen geraten und im schlimmsten Fall in der Burnout-Falle gefangen sind. Beiden ist aber so oft eines gemeinsam, und auch davon zeugen so viele Coaching Gespräche: Wenn Sie dieses eine, dieses ihnen so wichtige Anliegen, das sie so lange ins Unterbewusstsein verdrängt haben, angegangen sind, dann stellt sich gesunder und leistungsstarker Erfolg ein.

Kursabweichungen sind keine Tragik, jedoch sollte man sich als Kapitän immer darüber im Klaren sein. Das gilt auch für die ganz persönlichen Kursabweichungen. Wir Menschen sind fast unbegrenzt leistungsfähig, wenn uns das Thema, für das wir uns einsetzen, am Herzen liegt – und das meine ich im wörtlichen Sinn.

So hoffe ich und wünsche Ihnen, ausreichend Zeit und Tiefe für die angeleiteten Überlegungen zu Ihrem Big Picture for Life gefunden zu haben. Es ist eine Form gelebter Achtsamkeitspraxis, sich immer wieder einmal ausschließlich mit sich selbst zu beschäftigen.

Wenn Sie eine spontane Frage haben, können Sie mir diese hier gerne schreiben. Bitte denken Sie an die Angabe Ihrer Emailadresse, sonst kann ich Ihnen nicht antworten. Sollten größere Probleme zu Tage getreten sein, empfehle ich Ihnen eine kurze Coaching Einheit, bevor sich ein Gewitter zusammenbraut.
 

Ihre Nachricht wurde erfolgreich versandt!

Checklist Completed, ?
❏ Fixe Zeiten reserviert, das Workbook Big Picture for Life weiter zu bearbeiten und Erkenntnisse zu generieren.
❏ Überlegungen zu einem bewussten Anfangsritual vor einer neuen Tätigkeit, Aufgabe oder Bearbeitung angestellt. (Ggf. schon etabliert)

Complete checklist before going on! Complete checklist before going on!

Die Vorbereitungen für das folgende Training:
Sollten Sie an Ihrem Inspirationsplatz keine Internetverbindung haben, laden Sie sich bitte folgende Audiodatei auf Ihr Mobiltelefon:
4_CLIP_Ankommen.zip

Bitte drucken Sie sich das folgende Workbook zu dieser Trainingseinheit in A4 aus.
Wenn Ihr Drucker A3 verarbeiten kann, dann können Sie sich eine praktische A4 Broschüre erstellen:
CLIP-30 Workbook Training 4: Mein Wertesystem

Wie immer sollten Sie sich auch diese Anleitungsseiten für das CLIP Training ausdrucken und in Ihre Mappe einheften:
CLIP-30 Trainingsunterlagen

Bitte warten Sie mit dem Anhören der Audiodatei, dem Ausarbeiten des Workbooks und der Trainingsunterlagen, bis Sie auf Ihrem Inspirationsplatz in aller Ruhe angekommen sind.

Ready for departure? Ready for departure?

Kommen Sie an und beruhigen Sie Ihre Gedanken

Begeben Sie sich wieder an Ihren Inspirationsplatz, gönnen Sie sich eine Tasse Kaffee, Tee oder Wasser, machen Sie es sich gemütlich, kommen Sie einmal bewusst an und gedanklich zur Ruhe. Beginnen Sie wieder mit ein paar tiefen und langen Atemzügen. Ungefähr fünf Sekunden EIN und fünf Sekunden AUS. Holen Sie sich wieder Ihre schönsten Gedanken in Ihr Bewusstsein. Versetzen Sie sich gedanklich an einen wunderschönen Ort oder in ein wunderschönes Erlebnis, während Sie ein paar Mal tief ein- und ausatmen. Und dann kann es losgehen mit Ihrer Trainingseinheit.

Bitte hören Sie sich nun das Audiofile in Ruhe und ohne (Be-)Wertung an:

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Motivieren können Sie nur das, was schon da ist

Wenn das von außen hinein Motivieren nach Gerald Hüther „hirntechnischer Unsinn“ ist, dann können wir als Führungskraft mit dem Ansatz des Neurodidaktikers Dr. Franz Hütter schon mehr erreichen: „Wir können Menschen dazu anregen, sich mit dem zu beschäftigen, was ihnen selbst wichtig ist. Menschen können ermutigt werden, die eigenen Werte zu vertreten und nach Überlappungen und Diskrepanzen zu denen der Arbeitgeber zu suchen.“ (Hütter, Lang, 2017, S.52). Bei hoher Überlappung entsteht intrinsiche Motivation. Sie sprechen das an, was schon da ist.

Die Sportart eines angehenden Olympioniken muss zu 100% zu seinem Sinn-, und Wertegerüst passen, um Spitzenperformance zu erreichen. Warum sollte das für die „ernste“ Arbeitswelt für Spitzenperformance anders sein. Vielleicht nicht immer 100%, jedoch braucht es für Spitzenperformance von Führungskräften und Teammitgliedern eine hohe Überlappung zu den sehr individuellen, sogenannten Metakompetenzen, das sind die inneren Einstellungen, Überzeugungen, und Haltungen. Diese sitzen in der erfahrungsabhängigen Strukturierung des präfrontalen Cortex des Gehirns (Hüther&Osmetz, 2009). Auf Basis dieser eingeprägten Erfahrungen treffen wir Entscheidungen (z.B. sich zu engagieren) und nehmen Bewertungen vor (z.B. über den Arbeitsplatz und Vorgesetzten). Franz Hütter weiter: „Wir können keine Motivation von außen induzieren, sondern nur an den Motivationen anknüpfen, die bei jedem einzelnen vorhanden sind.“

Als Führungskraft zahlt es sich daher aus, sich mit der Überlappung von Werten und Einstellungen des Teams und der Organisationseinheit zu beschäftigen. Der Sinn der Produkte, der Dienstleistungen und des Unternehmens als Ganzes sollte vorgegeben, weitgehend bekannt und ausformuliert sein. Das ist noch der einfachere Teil. Können Sie drei Häckchen setzen? Um die erfahrungsbedingten Anknüpfungspunkte an Motivationen der Teammitglieder herauszufinden, braucht es schon mehr Zeit und regelmäßigen Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dieses Investment erfordert Training und Erfahrung bringt aber einen extrem hohen ROI . Zu deutsch: Es zahlt sich aus!

Beginnen wir in CLIP daher mit der Ergründung Ihres eigenen Wertesystems und was Ihnen wirklich wichtig ist – und zwar ausformuliert. Sie bekommen damit eine Vorstellung über Ihren eigenen Motivationshintergrund. Und noch viel wichtiger, Sie trainieren als Führungskraft die Beobachtungsfähigkeit für Ihre Teammitglieder. Möglicherweise knüpfen bei demotiviert erscheinenden Teammitgliedern nur die Aufgaben, Projekte und Tätigkeiten an deren Motivationserfahrungen nicht an. Bevor Sie nun versuchen, sie zu „motivieren“, können Sie ihre Werte und Einstellungen mit ihnen eruieren und ggf. gemeinsam nach Aufgaben im Unternehmen suchen, die besser anknüpfen.

Keine Sorge: Das muss nicht gleich zur 100% Überlappung führen. Schon das ehrlich gezeigte Interesse von Ihnen als Führungskraft an den inneren Werten Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Ihre Unterstützung, motivierendere Aufgaben zu finden, verändert oft ganze Teams.

Beginnen wir daher als "warm up" bei Ihrem eigenen Wertesystem.

Anleitung zur Erstellung des Wertesystems von

Zu diesem Zweck habe ich Ihnen für dieses CLIP-30 Training das Workbook „Mein Wertesystem“ erstellt. Mit diesem Workbook können Sie jetzt strukturiert Ihre Antreiber auf Basis Ihrer wichtigsten Werte eruieren. Sie erhalten einen schönen Ausdruck der Top 7 Ihres Wertesystems.
Sie werden in diesem Workbook durch die zwei Varianten der Bearbeitung geführt. Nehmen Sie sich das Workbook nun zur Hand. Ich wünsche Ihnen eine spannende Reise in die Tiefen Ihrer inneren Werte.

Driften Sie gedanklich immer wieder einmal in konkrete Situationen Ihres Führungsalltags ab. Vielleicht entdecken Sie, dass Sie höchst motiviert sind, wenn ein von Ihnen entdeckter Wert bei einer Aufgabe besonders angesprochen wird.

Trainingsausklang

Springen Sie nicht gleich auf, als hätten Sie mit dem Eruieren Ihrer sieben wichtigsten Wertebegriffe bloß schnell eine weitere TODO Liste abgearbeitet. Das machte keinen Sinn.

Verweilen Sie noch ein paar Minuten auf Ihrem Inspirationsplatz und sinnieren noch etwas gedankenverloren, den Blick in die Ferne gerichtet über Ihr Wertesystem.

Was würde es bedeuten, wenn ich dieses Ergebnis tatsächlich auf meinem Arbeitsplatz aushänge? Wie weit überlappt sich mein Wertesystem mit dem meiner Organisation, für die ich verantwortlich bin? Auf einer Skala von Null (funktionierender Pflichterfüller) bis 100 (Enthusiast für mein Unternehmen), wo sehen Sie sich? Was hat das für Konsequenzen für Ihre Führungsarbeit? Habe ich vielleicht die noch schlummernden Potentiale meiner Teammitglieder aus der Sicht ihres Wertesystems übersehen?
Notieren Sie aufkommende Gedanken ohne jede Wertung oder Beurteilung stichwortartig in Ihr Workbook, da ist auf den Seiten 17 und 18 Platz.

Und danach nutzen Sie Ihr bereits etabliertes Abschlussritual, um wieder voller Energie in Ihren Alltag zurückzukehren.

für zur Vorbereitung des nächsten CLIP Trainings:
❏ Vereinbaren Sie mit sich fix einen Termin in ca. drei Monaten, um dieses Training zu wiederholen und Ihr Wertesystem mit einem blanken Ausdruck des Workbooks zu wiederholen.
❏ Stellen Sie ab jetzt für Ihre Führungsarbeit jede Arbeitswoche unter ein anderes Motto Ihrer sieben wichtigsten Werte. Z.B. "Diese Woche zeige ich besonders meine Großzügigkeit." (Wenn das ein Wert ist.)
❏ Bitte etablieren Sie ab nun konsequent Ihre kurzen Anfangs- und Beendigungsrituale vor und nach jeder unterschiedlichen Tätigkeit. Diese Mini-Auszeiten des Denkens, Bewertens und Handelns, auch wenn sie nur wenige Sekunden dauern, reduzieren Stressempfinden nachhaltig, wie die Achtsamkeitsforschung eindrucksvoll zeigt.

Ich wünsche Ihnen spannende Erkenntnisse bei der Beschäftigung mit den drei Wertesystemen: Das eigene, das meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das meines Verantwortungsbreichs oder des gesamten Unternehmens. Wenn Sie hier ein hohes Maß an Überlappungen schriftlich feststellen können: Gratulation!

Als Führungskraft sind Sie in der Lage und es liegt in Ihrem Verantwortungsbereich, eine stetig steigende Überlappung zu managen, damit Ihr Team immer besser und besser performt.

Ihr
Georg Stasny
PS: Wenn für Menschen es Wert ist, sich für ein Anliegen einzusetzen, bedarfs es keinem äußeren Motivationstheater, sondern nur mehr unterstützende Führung zum Erreichen der Ziele.

Raum für Ihre Fragen, Anregungen und Ihr Feedback zum heutigen CLIP-30 Training

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu den Trainingsaufgaben haben, können Sie uns hier ganz einfach Ihr Anliegen zukommen lassen. Auch über Feedback freuen wir uns sehr!
Sie können uns auch anonym Ihre Nachrichten senden, indem Sie die Felder "Ihre Emailadresse" und "Ihr Name" freilassen. Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen dann natürlich nicht antworten können!

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